Julian Gerhard

                                                                                                         

© Anna Sellmann

„Ich habe nichts zu sagen,

                         nur etwas zu zeigen."

                                                      – Walter Benjamin

Die Arbeiten von Julian Gerhard sind zwischen Kunst und Journalismus angesiedelt. Anfangs steht stets ein intensiver redaktioneller Prozess und zuletzt eine ästhetische Erfahrung, die im Anschluss der Präsentation im Kopf weiterarbeiten will. Worum es dabei nicht geht: Eine hübsch ausstaffierte „Botschaft" über den Weg des Kunsthandwerks zu vermitteln (so etwas ist nicht nur in Nordkorea an der Tagesordnung). Messages are for bottles – die Kunst selbst hat ein Eigenleben und lässt uns viel tiefer blicken als jeder Fingerzeig es vermag.

Wer gewollt werden will, hat schon verloren. Kunst schaffen und für den Wettbewerb der freien Ideen einzustehen, bedeutet Gegenwind aushalten zu müssen. „Ich bin kein Mensch der Ärger sucht. Aber ich nehme ihn in Kauf, wenn ich damit etwas bewirken kann", so Philipp Lahm und so auch Julian Gerhard.

 

Das Moralisieren oder Provozieren um der reinen Provokation willen, kommen für ihn nicht in Frage – es sind andere Wegen auf denen er nach Wahrheiten sucht.

Vom dokumentarischen Forcierens des Lokalkolorits Bochums (Westend Story), über retrofuturistische Untersuchungen des roten Planeten in Planetarien (Nostalgia Mars), performative Kommentierungen der Flüchtlingsthematik im öffentlichen Raum (Lighthouse Square), einem Theaterstück über Demenz mit der berühmten japanischen Roboterrobbe Paro (Die Vergessenen), bis hin zu einem Bühnenessay zu Kriegstagebüchern verfolgter Minderjähriger des Zweiten Weltkriegs (Federkinder), hat sich Julian Gerhard – vor allem im Ruhrgebiet – einen Namen machen können.

Er schreibt frei für Magazine wie kaput oder Testspiel.de und ist Vorstandsmitglied des gemeinnützigen Vereins Devising Theatre e.V.

  Laufbahn
 

  • Folkwang Universität der Künste | Studium Populäre Musik (M.Mus.) u. a. bei Hans Nieswandt, Gregor Schwellenbach, Jeff Cascaro | seit 2017

  •  Ruhr-Universität Bochum | Studium Szenische Forschung (M.A.) u. a. bei Sven Lindholm, Nils Voges, Bojan Vuletić | 2013 – 2016

  •  HS Osnabrück | Theater- und Musikpädagogik (B.A.) u. a. bei Hans Joachim Wiese, Marianne Streisand, Bernd Ruping | 2007 – 2012

  •  Kulturelles Jahr | Landestheater Eisenach | 2006 – 2007

  •  Abitur & Zivildienst (Dementenbetreuung St. Georg am Schiffertor, Stade) | bis 2006

  Besondere Anerkennungen
 

  •  Stipendium zur individuellen künstlerischen Entwicklung des European Centre For Creative Economy, 2017

  •  Fleetstreet-Stipendium (Residenz Hamburg), 2017

  •  Stipendiat der Dramaturgischen Gesellschaft, 2016

  •  Masterclass Ruhrtriennale (Heiner Goebbels), 2013

  •  B.A. mit Auszeichnung (HS Osnabrück), 2012

  •  Stipendium für herausragende Leistung (HS Osnabrück), 2009