POLYCHROM

 

 

„In meiner Jugend, als der Paragraf noch bestand: §175. Da hat sich dann alles wirklich schon im Verborgenen abgespielt." (Günther, *1940)

Zahlreiche Interviews mit gleichgeschlechtlichen Paaren, die im goldenen Herbst ihres Lebens stehen, bilden den Ausgangspunkt für das künstlerische Großprojekt polychrom, an dem 11 junge Erwachsene der Stuttgarter LGBT-Initiative Zentrum Weissenburg e.V. kreativ mitwirken.


Das Publikum bewegt sich individuell durch einen vielfach performativ bearbeiteten Raum von Etappe zu Etappe. Es geht ums Wesentliche: Liebe, Freiheit, Familie – um dich und um mich. Hand auf's Herz: Was hat sich im Laufe der Generationen wirklich zum Positiven gewendet?

Der Abschluss der Performance wird durch ein Konzert, der innerhalb des Projektes entstandenen Band polychrom, gebildet.

1/5

Leitung Werkstätte

Performance: Philine Pastenaci, Tobias Rapp

Musik: Julian Gerhard

Animation: Nora Marie Back

Comic: Marcel Durer

Projektleitung: Philine Pastenaci, Lena Fritschle

Showings: Rathaus Stuttgart (Großer Konferenzsaal), Christopher Street Day Stuttgart 2016

NO PLACE LIKE HOME

“In Momenten einzelner, szenischer Arbeiten habe ich mich zuhause gefühlt: In der Bewegung eines schwarzen Theatervorhangs, der sich langsam von der Bühnenhinterwand bis nach vorne zur Rampe und wieder zurück bewegt. In einem zum Bild erstarrten Tänzer, der Beine und Arme nach oben hin von seinem Körper streckt. Die Klänge, Bilder und Bewegungen dieser Momente sind nicht unwiederbringlich verloren: Sie haben sich in mir verselbständigt und entkoppeln sich in einem Dritten, meinem eigenen, szenischen Geschehen.”  (M. Gimplinger)


 

Inszenierung: Martina Gimplinger  

Dramaturgie & Soundkonzept: Julian Gerhard

Performance: Asli Karali, Ekaterina Lizurchik, Ibrahima Biaye

Showings: MAO Dortmund (favoriten 2014), Tanzhaus NRW Düsseldorf

ABRAMOVIC, CHER UND ICH

Beide sind 1946 geboren, also feiern beide 2016 ihren 70. Geburtstag. Beide haben ihre Karriere an der Seite ihres Partners begonnen, um im Anschluss solo erfolgreicher zu werden. Beide zelebrieren die selbstreferentiellen Ansätze in ihrem jeweiligen Werk vor dem Bewusstsein der großen eigenen Leistung. Beide Biografen erzählen eine von Kämpfen und Rückschlagen gefüllte Emanzipationsgeschichte. Beide bilden ihre jeweils eigene Kategorie. Wie ist aber ihre Arbeit im jeweils eigenem Gebilde zu bemessen? Kann man ein Werk der Bildenden Kunst überhaupt mit einem des Pops vergleichen? Treffen sich beide bei Lady Gaga?

 

Der Vergleich zwischen Marina Abramovic und Cher rührt an den fundamentalen Unterschied zwischen dem Dispositiv der Bildender Kunst und dem der Popmusik. Wird der Pop in die Kunst integriert wie im Ready-Made oder im Camp, bilden sich neue Kategorien, die zwar den Kanon der Kunst erweitern, aber dennoch nicht an KUNST heranreichen. Die Schlussfolgerung aus dem Vergleich der beiden Künstlerinnen sagen mehr über die Perspektive als über den jeweiligen Gegenstand aus. Wie generiert sich die Norm im Kunstsystem? Wie gestaltet sich der Rahmen für Pop? Welche Rolle spielen Nacktheit, Geld, Perfektion, Emanzipation, Selbstreferenzialitat, „Authentizität“ und Comeback im Dispositiv der Bildenden Kunst bzw. der Popmusik? Was macht den Unterschied zwischen Reenactment und Cover aus? Wie verhält sich die Macht im Spannungsverhältnis zwischen Original und Neuinterpretation? Was ist spezifisch für die beiden Künstlerinnen? Die Auseinandersetzung mit den zwei Künstlerinnen soll als eine Schablone für das Selbstverständnis als Performancekünstler*in dienen.

Performance: Thomas Bartling, Ruby Behrmann

Dramaturgie: Lisa-Marie Radtke

Komposition: Julian Gerhard, Johannes Hentschke

Bühne: Friederike Schmidt-Colinet

Kostüme: Katharina Sendfeld
Showings: Mousonturm Frankfurt, taT-Studiobühne Gießen, zeitraumexit Mannheim, Frankfurt LAB

FREMDE WESEN: DAS ORAKEL

"Fremde Wesen" ist Plattform für drei unterschiedliche Versuchsanordnungen: Humanoide Lebensformen untersuchen unter Beobachtung von Menschen, Verhaltenszustände der Erdbevölkerung am eigenen Körper. Fühlen, rebellieren, seelisch metamorphieren, religiös werden – alles passiert live, wird durchleuchtet und auf blinde Flecken abgetastet.

 

Kommunikativ etwas unbeholfen, bewegen sich die Wesen als unsaubere schwarz-weiß Kopie der menschlichen Gattung durch den Abend. Sie gehen konsequente Schritte, um das Bedürfnis nach humanitärer Selbstverwirklichung erfahren zu können. 

Zwar haben sie die Codes, Kniffe und Doppelbödigkeiten zwischenmenschlicher Kommunikation noch nicht verinnerlicht, jedoch lernen sie dazu, mit dem großen Ziel Menschen zu begreifen.


 

1/1

Entwicklung & Performance: Amanda Bailey,  Julian Gerhard, Mina Novakova

Mentoring: Johanna Freibung, Sebastian Bark (She She Pop / Gob Squad)

Showings: FFT Düsseldorf, Theater der Gezeiten Bochum, Pumpenhaus Münster